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Die Entstehung des Namens "Malsch"

Name und Geschichte von Malsch
Die Gelehrten wissen es auch nicht, ob der Name MALSCH vom althochdeutschen malsg = steil aufragend kommt, wie man es für den Malschen, den Melibocus im Odenwald, vermutet, oder ob Malsgaha mit dem mittel-niederländischen malsg = teigig, weich in Verbindung zu bringen ist und also von einem Bach im lehmig-tonigen Gelände sich ableitet. Wie dem auch sei, der Name Malsch ist jedenfalls sehr alt und dürfte schon den Kelten bekannt gewesen sein. Viele Orts- und Flußnamen unserer Gegend stammen von ihnen. Die Kelten waren Indogermanen und standen auf einer hohen Kulturstufe, wie die erst kürzlich aufgefundenen Gräber ihrer Fürsten beweisen. Mit Vorliebe bauten sie ihre Siedlungen auf Höhenrücken. Der Heiligenberg bei Heidelberg mit seinem doppelten Ringwall ist Beweis dafür. Vielleicht ist auch der Letzenberg von den Kelten bewohnt worden, Spuren haben sie keine hinterlassen.
Um das Jahr 100 v. Chr. nahmen die Semnonen von unserer Gegend Besitz und verdrängten die Kelten nach Süden. Deutliche Spuren haben die Römer am Rhein gezogen. Nach der Eroberung Galliens und dem Sieg über den Suebenfürst Ariovist 58 v. Chr. bildete der Rhein für mehr als 120 Jahre die Grenze des römischen Weltreiches. Fast alle linksrheinischen Städte waren römische Garnisonen oder Kastelle. Mit den Römern kamen auch die ersten Boten des Christentums. Zwischen 4 und 100 n. Chr., unter den Kaisern Vespasian, Domitian und Trajan, besetzten die Römer das Oberrheintal, das Neckarbecken mit dem Odenwald und den Schwarzwald. Sie sicherten dieses Gebiet durch den Limes, eine gewaltige, aus Palisaden, Graben, Wall und Wachtürmen bestehende Befestigungsanlage von insgesamt 548 km Länge. Reste dieses Grenzwalls haben sich bis heute an zahlreichen Plätzen erhalten. Die Römer nannten das von ihnen besetzte Gebiet zwischen Rhein und Limes Zehntland, nach dem Pachtverfahren, das sie hier einführten. Als Teil der Militärprovinz Obergermanien gehörte das Land dem römischen Kaiser. In seinem Auftrag wurde das eroberte Land vermessen und an Veteranen des Heeres sowie an die einheimische und zugezogene Bevölkerung verpachtet. Mit den Römern waren auch gleichzeitig wieder Kelten ins Land gekommen, die sich mit den verbliebenen Bewohnern vermischten und den neuen Verhältnissen anpaßten. Rege Handelsbeziehungen entwickelten sich über den Rhein hinüber bis in den Mittelmeerraum. Die Pächter mußten den Zehnten des Ertrages ihrer Felder abliefern, da die Verpflegung für die römischen Legionen im Lande selbst erzeugt werden mußte.
Zahlreiche gutbefestigte Straßenzüge verbanden die Kastelle mit den Garnisonen; gradlinig angelegt, meist über die Höhen und nicht im Tal verlaufend, um vor Überfällen sicher zu sein. Auch Gutshöfe, mit großer Regelmäßigkeit an den Sonnenhängen der Täler angelegt, waren über den ganzen Kraichgau zerstreut. Im Bau von Wasserleitungen und Brücken waren die Römer Meister. Mit ihnen kamen aber auch verschiedene Kulturpflanzen, so vor allem die Weinrebe, zu uns.
Die von Cäsar besiegten Sueben hatten sich hinter den Limes zurückgezogen. Nachdem sie sich durch einige kleinere Volksstämme verstärkt hatten, begannen sie um 213 n. Chr. zum ersten Mal den Limes zu durchbrechen. Sie nannten sich jetzt Alemannen. Um 260 brachten sie das Zehntland in ihren Besitz. Die Römer verloren nach 200 jähriger Herrschaft ihr rechtsrheinisches Gebiet. Sie beschränkten sich die nächsten 150 Jahre auf die Sicherung der Rheingrenze. Ermutigt durch die vorschreitende Schwächung des zerfallenden römischen Reiche's, stießen die Alemannen nach 260 mehrmals über den Rhein vor. Als in der 2. Hälfte des 4. Jahrhunderts vom Niederrhein her fränkische Stämme bis zur Mosel vordrangen, war die Lage für die Römer unhaltbar geworden. Um 400 zog der römische Reichsverweser Stilicho die Legionen vom Rhein ab und verlegte seine Residenz von Trier nach Südfrankreich. Die fast 500jährige Herrschaft der Römer in Germanien war zu Ende.
Nach Kriegsbrauch hatten die Alemannen bei ihrer Eroberung alle römischen Siedlungen und Gutshöfe zerstört. Sie ließen sich in Gauverbänden nieder und siedelten in Weilern. Die Gaue wurden in Gemarkungen aufgeteilt. Jeder freie Markgenosse bekam ein Stück Land zu eigen. Die gemeinschaftlich genutzte Mark, Wald und Weide, hieß Allmende. Im Gegensatz zu den Römern bevorzugten die Alemannen Tallagen in der Nähe von Quellen und Bächen. Sie betrieben vornehmlich Weidewirtschaft.

Ansicht von Malsch